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Sonntag, Februar 14, 2010

Filmkritik Avatar

Ja, nun habe auch ich endlich Avatar gesehen - mit lustiger Brille auf der Nase in 3D.

Ein Wort: Beeindruckend.

Die Story ist nicht absolut neu: Die Menschen haben einen fremden Planeten entdeckt, der ein Element enthält, das auf der Erde nicht existiert und sehr viel Geld einbringt (weil man es wofür auch immer verwenden kann, ich hab keine Ahnung, ob das näher vertieft wird). Der Planet ist in weiten Teilen von einem wunderbaren Urwald bewachsen, in welchem die Na'vi leben, ein Volk, das sehr naturverbunden ist. Leider steht ihr riesiger Heimatbaum exakt über einem der größten Vorkommen des begehrten Elements, so dass die Na'vi umgesiedelt werden sollen.
Während ein Trupp von Wissenschaftlern sogenannte Avatare erschaffen hat, Hybridwesen zwischen Menschen und Na'vi, die äußerlich den Na'vi gleichen und den Lebensbedingungen des Planeten angepasst sind, durch synaptische Verbindungen aber von dem Menschen, dessen DNA eingeflochten wurde, "beseelt" und gesteuert werden können, will die Army lieber mit Gewalt vorgehen.
Jack (?) war Marine und ist inzwischen als Folge seines Jobs querschnittgelähmt. Sein Zwillingsbruder war einer der Wissenschaftler, für die ein Avatar geschaffen wurde, starb jedoch, so dass Jack nun seinen Job übernehmen soll. Anfänglich ist er noch überzeugt, dass er die Na'vi zum Umzug bewegen kann und benimmt sich wie der buchstäbliche Elefant im Porzellanladen, doch dann kommen ihm immer mehr Zweifel, ob seine Aufgabe wirklich richtig ist.

So weit, so solide. Menschen vertreiben andere Rassen und Arten für ihren eigenen Vorteil - das ist so alt wie die Menschheit an sich. Neu ist hier, dass der Planet mit einer unglaublichen Liebe zum Detail erschaffen wurde. Vieles erinnert an Unterwasserwelten, manche Elemente kamen mir von meinen guten alten Magic-Karten sehr bekannt vor, und alles wurde so liebevoll gestaltet, dass es vermutlich auch in 2D schon beeindruckend gewesen wäre. Wenn dann aber die Dinge um einen herumfliegen, Die Gesichter zum greifen nah scheinen und man wirklich im Bild herumsehen kann, als stünde man vor Ort und würde sich mal eben umsehen - dann versteht man wirklich den Hype um diesen Film. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wurde immer das gesamte Bild scharf gefilmt, was man im 2D-Kino so nicht kennt, da ist oft nur der Teil gestochen scharf, auf den man sein Augenmerk legen soll, der Rest verschwimmt immer mehr, je weiter er vom Geschehen weg ist. Diese Bildtiefe, die eben durch die Brille optisch auch noch perfektioniert wird, hat mich wirklich beeindruckt.

Lohnenswert, gerne auch noch mal!

Montag, November 10, 2008

Filmkritik Wall E

Ein kleiner Roboter (übrigens mit einem Mac-basierten System!) ist als letzter übrig, um die Erde aufzuräumen. Unermüdlich schiebt er den Müll in seine Bauchlade, presst und stapelt dann die handlichen Würfel zu wahren Wolkenkratzern auf.

Eines Tages taucht ein Raumschiff auf und hinterlässt Eve, eine Sonde, die nach Leben auf der Erde suchen soll und verdammt gut bewaffnet ist. Dass sie auch noch ein hitziges Gemüt hat, ist für Wall E aber kein Hinderungsgrund, sich in die Dame zu verlieben.

Nach und nach lernen die beiden einander kennen, doch kaum hat er ihr seine Pflanze geschenkt, verschwindet diese in Eves Bauch und sie schaltet auf Standby. Als das Raumschiff sie wieder abholt, hängt er sich kurzentschlsosen an und gerät gemeinsam mnit ihr zur Zuflucht der Menschen, einem gigantischen Raumschiff. Leider sind die Menschen im Laufe der Jahrtausende etwas degeneriert, und es braucht schon einiges an Überredungskraft, bis am Ende alles so etwas wie wieder gut wird.

Der Film ist nicht nur für Kinder toll, sondern enthält mal wieder auch so einige Gags für Erwachsene, und die Moral ist zwar ersichtlich, kommt aber nicht mit dem Holzhammer daher.

Alles in allem mal wieder ein netter Spaß aus dem Hause Pixar.

Sonntag, Juli 13, 2008

Filmkritik Hancock

Am Dienstag habe ich meinen Mann eingepackt und ins Kino verschleppt. Wir haben nicht unbedingt immer den gleichen Filmgeschmack, aber auf "Wilhelm Schmidt" konnten wir uns dann doch einigen.

Will Smith spielt einen Superhelden wider Willen, der nicht weiß, wer er ist und warum er Superkräfte hat, den ganzen Tag säuft, auf einer Parkbank schläft und bei seinen Rettungsaktionen normalerweise deutlich mehr Schaden anrichtet, als er verhindert.
Nach einiger Zeit hat die Stadt L.A. die Schnauze von ihm voll und die Bewohner fordern, dass er eingebuchtet wird. Nicht unbedingt seine Vorstellung vom Leben, aber der PR-Berater, dem er zuvor das Leben gerettet hat, ist der Meinung, dass Hancock nur etwas mehr positive Publicity braucht, um vom Volk geliebt und verehrt zu werden, und er schlägt als ersten Schritt den Knast vor als Zeichen von Hancocks Reue.

Widerwillig tritt Hancock seine Haft an, bleibt jedoch nicht wirklich immer hinter Gittern und bekommt schließlich einen Spezialauftrag, bei dem er ein sexy Superhelden-Outfit tragen darf.

Die Frau seines Retters geht ihm so ganz nebenbei auch nicht aus dem Kopf, und so bahnen sich ein paar Verwicklungen an, die unweigerlich in einer neuen Katastrophe enden müssen.

Der Film ist gespickt mit witzigen Einfällen und Dialogen, hat eine überraschende Wende und ein ehrwürdiges und ebenfalls durchaus witziges Ende. Sowohl Will Smith als auch sein weibliches Gegenstück Charlize Theron sorgen für einen sehenswerten Film, aber auch die weiteren Rollen sind gut besetzt.

Alles in allem kein hochwertiges, aber gutes, solides Popcorn-Kino mit einer Menge Potential für Lachtränen.

Gerne gesehen!

Mittwoch, April 30, 2008

Filmkritik No Country for Old Men

Gerüchten zufolge gab es hier auch mal Filmkritiken ... Sorry Ben, bin dabei! :-)

No Country for Old Men hat nicht nur ein paar Oscars abgeräumt, sondern ist auch noch ein Western. Die Kombination dürfte es lange nicht mehr gegeben haben, macht aber umso neugieriger.

Ein Mann findet einen Mordschauplatz, einen Berg Drogen und einen Koffer voll Geld. Er nimmt Letzteres mit, verabschiedet sich von seiner Frau und versucht, mit dem Geld zu entkommen.

Ein alternder Sheriff versucht, eine Reihe Morde aufzuklären und stellt dabei fest, dass der Mörder eine eher ungewöhnliche Waffe benutzt haben muss. Es gibt ein Einschussloch, aber keine Kugel.

Ein Mann in Schwarz ist auf der Suche nach seinem Koffer mit Geld und schreckt nicht davor zurück, Menschen mit einer Luftdruckflasche Löcher in den Kopf zu pusten.

Der Film ist erstaunlich ruhig gehalten, teilweise gibt es nicht einmal Hintergrundmusik, keine lauten Effekte, sondern eher solide filmische Handwerksarbeit, die die Spannung auf einem hohen Niveau hält. Die Dialoge sind hin und wieder unfreiwillig komisch, wenn der junge, dynamische Kollege des alternden Sheriffs in seinem Eifer Fragen stellt, die von einer wunderbaren Naivität zeugen.

Ja, der Film ist hin und wieder blutig. Nein, nicht alle Szenen sind schön. Und ja, das sollte man wissen, wenn man reingeht. Die "Kinder" hinter uns (geschätzte 15 Jahre alt) wussten es wohl nicht, was uns eine qualvolle Geräuschkulisse bescherte, die ich irgendwann nur noch mit "nächstes Mal geht bitte in Bambi!" kommentieren konnte.

Alles in allem ein Film, der anders ist als der übliche Hollywood-Schinken, was natürlich nicht zuletzt an den Coen-Brüdern liegt. Wobei ich glaube, dass Tarantino den Film auch gut umgesetzt hätte, es geht in eine ähnliche Richtung.

Empfehlenswert für Menschen, die mit Blut und Brutalität im Film einigermaßen umgehen können.

Freitag, März 21, 2008

Filmkritik American Gangster

Frank Lucas (Denzel Washington) arbeitet Mitte der Sechziger als rechte Hand des "Paten von Harlem". Als dieser stirbt, übernimmt er dessen Geschäfte. Er revolutioniert das Drogengeschäft, indem er reines Heroin direkt aus Vietnam in Flugzeugen der U.S. Army schmuggelt und dieses in doppelt so guter Qualität wie bisher üblich zum halben Preis auf den Markt bringt. Dass die Todesrate steigt, ist wohl unausweichlich.

Sein Gegenspieler Richie Roberts (Russel Crowe), einer der wenigen nicht korrupten Polizisten im New Jersey Police Department, wird auf ihn angesetzt und sammelt eine recht eigenwillige Truppe um sich.

Der Aufbau beider Figuren nimmt viel Raum im Film in Anspruch, was einerseits die Sympathien für beide Seiten stärkt, auf der anderen Seite aber auch ein wenig langatmig wirkt. Im letzten Drittel bekommt der Film wieder richtig Schwung, wenn man parallel beobachtet, wie Lucas immer mächtiger wird und zugleich Roberts ihm immer dichter auf die Spur kommt.

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten und zeigt sehr eindringlich, wie sehr Macht und Geld zu Korruption und damit zu einem Problem ungeahnten Ausmaßes werden können. Beeindruckend ist, dass man trotz brutalster Machenschaften noch immer den Menschen in Lucas sieht und er nie seine Sympathie beim Zuschauer vollständig verspielt.

Vielleicht nicht Ridley Scotts bester Film, aber dennoch sehr eindringlich und beklemmend.

Sonntag, Februar 03, 2008

Filmkritik Asterix und Obelix bei den Olympischen Spielen

Der Zwerg meines Nachbarn mag mich irgendwie. Nicht nur, dass ich Freitag Abend freundlich gefragt wurde, ob ich mit Pizza essen mag, gestern Nachmittag wurde ich dann auch noch ins Kino entführt. Natürlich mit Papa. Und mit einem Umweg über McDonalds.

Abgesehen von einigen quietschenden Kindern (ich hatte mir die 17.45h-Vorstellung schlimmer vorgestellt) war es sehr spaßig.

Ich bin ein großer Fan der Comics und fand es etwas seltsam, dass eine Figur als Aufhänger der Story herhält, die es meines Wissens in der Vorlage gar nicht gibt, aber nun gut, ein wenig romantische Verwicklungen haben noch keinem Film geschadet.
Wie üblich haben die Gallier den Zaubertrank, die Römer das Nachsehen und Brutus schafft es mal wieder nicht, Papa Cäsar galant um die Ecke zu bringen. Am Ende verliert sogar Schumi das Wagenrennen und Brutus' Zunge leuchtet wunderbar hellblau. Das Aufgebot an Spitzensportlern wäre bestimmt noch lustiger gewesen, wenn ich sie denn gekannt hätte ...

Netter Klamauk, aber es hat auch schon bessere Asterix-Verfilmungen gegeben. Übrigens braucht Gerard Depardieu spätestens in der Übernächsten Verfilmung kein Kissen mehr unter dem Kostüm, sein Bauch wird nämlich, wie neulich erst bei Gottschalk unter Beweis gestellt, immer obelixiger.

Fazit: Netter Film, den man aber definitiv nicht im Kino sehen muss. Hin und wieder einen Blick auf Tom zu werfen war es allerdings schon wert - es geht nichts über gebannte Siebenjährige im Kino! ;-)

Samstag, Februar 02, 2008

Filmkritik I Am Legend

Ich bin ja kein Horrofan, aber ich mag Will Smith. Und beschützt von Ben und Constanze hab ich mich dann also an die Zombies bzw. Nachtsucher dieses Filmes gewagt.

Zu Beginn steht die Entdeckung eines Heilmittels gegen Krebs, das mit Hilfe eines Virus auf die Menschen übertragen wird.
Drei Jahre später sind 90% der Menschheit ausgestorben, der Großteil vom Rest ist zu extrem lichtempfindlichen Kreaturen mutiert, die sich von allem ernähren, was nicht schnell genug wegläuft.

Robert Neville ist der einzige Überlebende in New York City, der gegen das Virus immun ist. Und wie der Zufall es will, war er auch an der Entwicklung des Virus beteiligt.

Tagsüber streift er mit Sam, seiner Schäferhündin, durch New York, auf der Suche nach Lebensmitteln, auf der Jagd nach Hirschen, und um jeden Tag gegen Mittag am Pier zu stehen und auf weitere Überlebende zu warten. Er sendet seine Überlebensbotschaft auf allen Frequenzen, doch drei Jahre lang bleibt er allein.

Seine Wohnung hat er licht- und einbruchssicher abgeschirmt, im Keller hat er ein Labor, in dem er fieberhaft nach einem Gegenmittel sucht. Mit Hilfe von Generatoren hat er es sich bequem eingerichtet, sowohl die Wohnung als auch sein Labor sind auf hohem technischen Stand.

Eines Tages jedoch läuft Sam tagsüber in ein Gebäude, und beim Versuch, sie zu retten, stöbert er einige Mutanten auf. Sie entkommen mit knapper Not, und Robert bastelt eine Falle, um einen von ihnen zu fangen. Es gelingt ihm, und er bringt die mutierte Frau in sein Labor, um seinen Impfstoff an ihr zu testen.

Der größte Fehler, den er begeht, ist, die verbliebene Intelligenz der Kreaturen zu unterschätzen. Und so gerät er in eine Falle, die der seinen nachempfunden ist. Mit Mühe kann er sich befreien, doch für Sam kommt alle Hilfe zu spät.

Vor Schmerz und Wut rasend begibt er sich nachts nach draußen und stellt sich den Mutanten mit seinem Auto, versucht, sie zu überfahren und weiß vermutlich selbst, dass sie ihm von der Anzahl her so weit überlegen sind, dass er im Prinzip Selbstmord begeht. In letzter Sekunde flammen Scheinwerfer auf und er wird von einer jungen Frau gerettet.

Diese bringt ihn heim, und sie erzählt ihm von einer Kolonie, die es geben soll und zu der sie und ein kleiner Junge gemeinsam unterwegs sind. Robert glaubt nicht mehr an Rettung, an Kolonien und an weitere immune Überlebende und will bleiben.

In der Nacht greifen die Mutanten an, und es scheint keine Rettung für die drei Überlebenden zu geben ...

Der Film spielt mit der Spannung. Man rechnet ständig damit, dass etwas passiert, und oft genug passiert dann nichts oder zumindest nicht das, was man befürchtet hat.

Leider hat der Film auch grobe Lücken in der Erzählung, und oft genug fragt man sich, wie es jetzt dazu kommen konnte.

Alles in allem eine gute Idee mit einem akzeptablen Schluss, aber meiner Meinung nach ist auch hier einmal zu oft die Dummheit eines Menschen, der es besser wissen müsste, Hauptauslöser der Spannung. Ich mag keine dummen Blondinen, die im Dunklen in den Keller gehen und sich dann wundern, dass das Monster angreift, und leider ist auch hier dieses Motiv nicht völlig außen vorgelassen.

Auch nicht ganz unwichtig: Der Film ist weder etwas für Epileptiker noch für Menschen, die empfindlich auf wackelige Handkameraführung reagieren. Und so wichtig, dass sich Übelkeit lohnt, ist er dann doch nicht.

Fazit: Ein mittelmäßig guter Film, den man aber nicht zwingend im Kino gesehen haben muss.

Dienstag, Januar 08, 2008

Filmkritik Keinohrhasen

Hurra, der erste Film 2008!

Keinohrhasen handelt von Anna, einer modisch etwas entrückten Erzieherin, und Ludo, einem mit allen Wassern gewaschenen Journalisten. Er plumpst leider buchstäblich in die Verlobungsfeier von Wladimir Klitschko und Yvonne Catterfeld und darf als Strafe 300 Sozialstunden in Annas Kindergarten ableisten.
Nur blöd, dass sich die beiden noch aus Kindertagen kennen und Anna ein wenig nachtragend ist ...

Der Film ist gespickt mit Slapstick und Situationskomik und beweist einmal mehr, dass deutsche Filme nicht doof sein müssen. Ganz und gar nicht. Jürgen Vogel mit Hinternlifting und Bello Bär sind schon witzig genug, aber vor allem sind die Darsteller allesamt einfach überzeugend, nicht zuletzt Til Schweigers kleine Tochter als Cheyenne-Blue sowie Alwara Höfels großartige Darstellung der liebenswürdigen Miriam.

Die großartige Erkenntnis, dass Männer und Frauen einfach keine Freunde sein können und Frauen sich egal, wie die Absprache lautete, spätestens nach dem fünften Mal Sex in den Kerl verlieben, ist zwar nicht neu, wird in diesem Film aber wunderbar aufgegriffen. Ob und wie Anna und Ludo sich kriegen, verrate ich aber nicht, das muss schon selber herausfinden, wer neugierig ist.

Nett auch, dass deutsche Filme nicht so prüde sind wie amerikanische, man bekommt dann doch hier und da etwas zu sehen. Tils Hintern, Nora fast ganz nackt ... ;-)

Fazit: Auf meiner Hitliste 2008 ganz oben, und es wird vermutlich schwer, den Film von dort wieder zu verdrängen.

Mittwoch, Dezember 19, 2007

Filmkritik Der Klang des Herzens

Die Kritiken, die dieser Film bekommen hat, waren eher durchwachsen. Die Story sei vorhersehbar, die schauspielerische Leistung eher mittelmäßig und alles in allem habe der Film nicht genug Tiefe. Lediglich der Soundtrack sei hörenswert.

Ich habe mir zum Glück wenige dieser Kritiken im Vorfeld angesehen und bin recht unbedarft in den Film gegangen.

Es geht um einen kleinen Jungen, der im Waisenheim lebt und felsenfest davon überzeugt ist, dass seine Eltern noch leben. Er kann sie in seinem Herzen hören, als Klang, genauso wie die ganze Welt für ihn Musik ist. Eines Tages läuft er fort und beginnt, seine Eltern in New York zu suchen.

Zwölf Jahre früher treffen der Rockmusiker Louis und die Solo-Cellistin Lyla in einer warmen Frühlingsnacht auf einem Dach zusammen, und es entspinnt sich innerhalb kürzester Zeit eine tiefe und glaubwürdige Zuneigung. Die beiden verbringen die Nacht miteinander und werden am nächsten Morgen von seinen gröhlenden Freunden auf dem Dach gefunden. Sie flieht zu ihrem strengen Vater ins Hotel und sieht Louis nie wieder.

Die Nacht war jedoch nicht folgenlos, Lyla ist schwanger. Nach einem heftigen Streit mit ihrem Vater rennt sie vor ein Auto und verliert ihr Kind.

Bede Musiker geben ihre Karrieren auf, er wird Banker, sie Musiklehrerin. Erst auf dem Sterbebett gibt ihr Vater sein Geheimnis preis: Dass er ihre Unterschrift gefälscht und ihr Kind zur Adoption freigegeben hat.

Der Rest des Filmes ist eine Aufeinanderzubewegung dieser drei Menschen, wobei Evan, der Junge, seine Musik auslebt, von dem windigen Wizard aufgegriffen wird, der mit Straßenkindern sein Geld macht und ihnen zum Ausgleich einen Unterschlupf in einem alten Theater bietet (hier fühlte ich mich sehr an Herr der Diebe von Cornelia Funke erinnert und halte es durchaus für möglich, dass dieses Buch Inspiration war) und schließlich aufgrund seines Ausnahmetalents an der Juillard School landet. Lyla sucht ihren Sohn in New York, und Louis entscheidet, endlich wieder Musik zu machen und kommt ebenfalls wieder nach New York, wo sich für ihn plötzlich einige Puzzlesteine zusammensetzen.

Die Musik ist wirklich absolut ungewöhnlich, denn die Cellokonzerte von Lyla werden gekonnt mit den Rockkonzerten von Louis zusammengeschnitten, und die Musik, die dabei herauskommt, geht unter die Haut. Am Ende freut man sich über ein angedeutetes Happy End, ist aber plötzlich irgendwie leer, weil dieser Klang vorbei ist.

Fazit: Ein Film für Menschen, die Musik lieben, die auf Klänge achten und für die Musik und Gefühl untrennbar vereint sind. Wer nur ein schönes Weihnachtsmärchen sehen will und daher den Schwerpunkt auf die Story legt, wird vielleicht enttäuscht sein, da es nur wenige Hindernisse und Stolpersteine im Film gibt.

Samstag, Dezember 08, 2007

Filmkritik Der Goldene Kompass

Es scheint ja seit der Herr der Ringe-Trilogie Pflicht zu sein, dass vor Weihnachten ein Fantasy-Film in die Kinos kommt. Vorzugsweise einer, der nach einer Fortsetzung schreit.
Weder Narnia noch Eragon haben es bisher zur Fortsetzung gebracht, und das finde ich auch nicht so tragisch.

Dieses Jahr nun kommt der erste Teil der Trilogie His Dark Materials in die Kinos. Leider kenne ich die Bücher noch nicht, habe mich aber dennoch ins Kino begeben, zumal Constanze mir mit großen Augen versicherte, dass die Bücher ganz toll sind und wir den Film zusammen schauen müssten. Gerne!

Die Geschichte spielt in einer Parallelwelt, die der unseren ähnlich ist und doch wieder nicht. Die technische Entwicklung ist anders verlaufen als in unserer Welt, so dass es zwar Fahrzeuge gibt, deren Antrieb ist jedoch anders als der unserer Autos oder Flugzeuge. Es macht alleine schon Spaß, sich diese wunderbaren Konstruktionen anzuschauen.

Die Städte sehen ein wenig aus wie futuristische Visionen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert - und wenn man genau hinschaut, findet man Gebäude aus den unterschiedlichsten Teilen unserer Welt in einer Stadt vereint.

Der größte Unterschied ist wohl die Seele der Menschen. Während wir in unserer Welt diese als Teil von uns betrachten, der unsichtbar in uns lebt, sind die Seelen der Menschen in dieser Welt Manifestationen in Tiergestalt, die außerhalb des Körpers ihres Menschen existieren. Sie können sich ein Stück weit von ihrem Menschen entfernen, aber das Band zwischen ihnen ist so stark, dass jeder den Schmerz des anderen spürt.

Lyra ist ein etwa dreizehnjähriges Mädchen, das als Waise in einem Internat aufwächst, in dem zugleich ihr Onkel lebt. Sie ist phantasievoll und neugierig und hat ihren eigenen Kopf. Sie träumt davon, eines Tages in das Reich der Eisbären zu reisen, das weit im Norden liegt und hin und wieder von ihrem Onkel besucht wird.

Als Mrs Coulter auftaucht und ihr anbietet, sie als ihre Assistentin mit in den Norden zu nehmen, ist Lyra glücklich. Der Internatsleiter gibt ihr einen besonderen Gegenstand mit: einen goldenen Kompass. Es heißt, dass er demjenigen, der ihn richtig lesen kann, immer die Wahrheit sagt. Er hat nur eine Bedingung: Sie soll ihn immer bei sich tragen und Mrs Coulter nichts davon sagen, dass sie ihn hat.

Natürlich geht das nicht lange gut, und plötzlich ist Lyra auf der Flucht und gerät mitten hinein in ein Abenteuer, bei dem sie sich plötzlich vor der Aufgabe sieht, ein Laboratorium zu sabotieren, in dem schreckliche Experimente mit Kindern unternommen werden. Sie trifft eine Hexe und einen Panzer-Eisbären, und nicht immer sind Freund und Feind sofort zu erkennen.
Und dann ist da noch der Staub, leuchtende Materie, von deren Existenz kaum jemand etwas weiß und die eine geheimnisvolle Verbindung in andere Welten zu sein scheint ...

Die Geschichte ist voller wunderbarer Ideen, die teilweise bekannt, teilweise neu sind und gemeinsam eine völlig neue Welt ergeben. Ich hatte nicht einen Moment im Film, in dem mir langweilig war oder in dem sich die Handlung hinzog, hier und da hätte es meiner Meinung nach noch ausführlicher sein können, und alles in allem kann ich sagen, dass hier ein wunderschöner Film entstanden ist, der hoffentlich mit der Verfilmung des zweiten und dritten Bandes fortgesetzt wird.

Gerade die Hauptdarstellerin, Dakota Blue Richards, macht den Film zu etwas Besonderem. sie spielt ihre Rolle so überzeugend, als hätte sie schon immer in dieser Welt gelebt, und man kann nur hoffen, dass sie nicht so verheizt wird wie viele andere "Teenie-Stars" vor ihr.

Fazit: Angucken!

Samstag, November 03, 2007

Filmkritik Ratatouille und Irina Palm

Ich hinke hoffnungslos hinterher mit meinen Filmkritiken, aber ich versuche mal, ein wenig aufzuholen.

Ratatouille

Der neuestes Film aus dem Hause Pixar. Abgesehen von meiner liebsten Schreibtischlampe (nein, es ist kein Zufall, dass ich ein ganz ähnliches Modell zuhause habe) hatte der Film noch eine kleine Überraschung im Vorfeld: Einen Vorfilm.
Der arme kleine Außerirdische muss lernen, einen Menschen per Fangstrahl aus dem Bett ins Raumschiff zu bugsieren und wieder zurückzubringen. Leider besteht die Steuerung aus einer schier unübersichtlichen Fülle von Hebeln, und alle drei Beteiligten - Fahrlehrer, Fahrschüler und Mensch - müssen so einiges erleiden, bis am Ende alles gut wird, weil der Fahrlehrer Erbarmen zeigt und eingreift. Abfliegen darf dann wieder der Kleine - ob das so gut war?
Ich hab mich köstlich amüsiert und war da schon den Lachtränen nah. Guter Einstieg!

Der Hauptfilm hat mir ebenfalls einige Lachtränen in die Augen getrieben. Eine Ratte, die sich zum Koch berufen fühlt und dank der Barmherzigkeit eines schofeligen Küchenhilfen so nach und nach ans Ziel kommt, ist ja auch nicht alltäglich. Dass man nebenbei lernt, wie eine Ratte einen Menschen fernsteuert, dass tote Köche gute Ratgeber abgeben und dass Ratten fliegen können, macht auch Spaß. Alles in allem eine nette Geschichte, eine süße Idee und wie üblich bei Pixar wirklich hammermäßig gute Animationen.
Ich hab viel Spaß gehabt und mich köstlich amüsiert, auch wenn es nicht unbedingt der beste Pixar-Film war.

Irina Palm

Maggies Enkel ist schwer krank, und nur eine Operation im fernen Melbourne kann den Jungen noch retten. Doch das Geld der Eltern ist aufgebraucht, Maggie selbst hat alles inklusive ihrem Haus verkauft, um den Krankenhausaufenthalt zu bezahlen, und es scheint so, als gäbe es keine Rettung für den Jungen.
Als Maggie ruhelos durch London wandert, sieht sie ein Schild: "Hostessen gesucht". Sie geht in das zwielichtige Etablissement und ist zunächst vom Angebot entsetzt: Sie soll in einer kleinen Kabine sitzen, die ein rundes Loch in der Wand hat, und soll den Männern, die ihr bestes Stück hineinschieben, Erleichterung verschaffen. Nach anfänglichem Zögern kommt sie am nächsten Tag zurück und wird eingearbeitet.
Zunächst ist sie angewidert, doch nach und nach findet sie sich ein in ihr Leben als "wichsende Witwe". In der einen Hand ein Buch, in der anderen einen Schwanz, so sitzt sie Tag für Tag in ihrer Kabine, vor der die Männer Schlange stehen. Doch ihre Freundinnen und auch ihr Sohn fragen sich, was sie plötzlich so beschäftigt und spionieren ihr nach ...
Der Film hat seine wirklich witzigen Momente, ist aber alles in allem eher nachdenklich gehalten. Es ist nicht alles gut, was Maggie alias "Irina Palm" macht, und sie erkennt, dass man Freunde genauso schnell verliert, wie man sie gewonnen hat. Aber sie macht auch eine Entwicklung durch von der eher unterwüfigen Witwe hin zur selbstbewussten reifen Frau, und es macht Freude, ihr dabei zuzusehen.
Der Film hat kein überzuckertes Hollywood-Ende, sondern überlässt es der Phantasie des Zuschauers, wie es ausgeht, was mir ebenfalls gut gefallen hat.
Alles in allem definitiv ein sehenswerter, ruhiger Film.

Montag, August 20, 2007

Filmkritik The Simpsons - der Film

Es ist ja immer so eine Sache, eine Fernsehserie in einen Spielfilm zu verwandeln, zumal dann, wenn es eine Serie mit kurzen Folgen ist. Oft hat der Film Längen, die Story würde auch in 23min passen und wurde einfach entsprechend plattgewalzt, und hinterher denkt man sich, dass man sich das auch hätte sparen können.

Im Simpsons-Film jagt ein Gag den nächsten, und seit ich gehört habe, dass "Spiderschwein" die legendäre "Helga" auf Festivals abgelöst haben soll, bin ich mir sicher, dass Springfield überall ist.

Der Film ist Roadmovie, Endzeitszenario, Familiendrama, Liebesgeschichte und Actionfilm in einem, und wer schon immer mal Maggies erstes Wort hören wollte, sollte unbedingt hineingehen!

Ich habe mich köstlich amüsiert und mich gefragt, wo denn die Zeit geblieben ist, als er vorbei war - knapp 90min kommen einem hier tatsächlich vor wie eine ganz normale Folge der Simpsons. Keine Längen, sondern eine rasant erzählte Story voller Gags und Einfälle, die ich hier verschweige, um niemandem den Spaß zu nehmen.

Fazit: Die Simpsons-Schmiede voll in ihrem Element!

Sonntag, Februar 18, 2007

Filmkritik Blood Diamond

Spontan ins Kino zu gehen, ist immer wieder eine feine Sache. Und wenn man nicht weiß, was läuft, guckt man halt, was angeboten wird.

"Blood Diamond" wollten wir eh beide sehen, passte prima.

Der Film lässt einem das Popcorn im Halse stecken bleiben. Weil es teilweise unerträglich realistisch ist, wenn der Bürgerkrieg in Sierra Leone gezeigt wird. Kinder, die eigentlich in die Schule, an den Strand, aufs Fußballfeld oder zum Aushelfen in Vaters Fischerhütte gehören, bekommen Gewehre in die Hand gedrückt und die Information eintrichtert, wer der Feind ist, auf wen sie zu schießen haben. Alkohol, laute Musik und Drogen inklusive.

Sehr sehr überrascht war ich von Leonardo DiCaprio. Bisher ein Milchbubi, mit dem ich nicht viel anfangen konnte (Ausnahme ist Departed, zu dem ich wohl versäumt habe, eine Kritik zu schreiben), ist er mit diesem Film vielleicht endlich erwachsen geworden. Mir scheint es jedenfalls so, und er macht sich sehr gut in der Rolle des weißen Mannes aus Rhodesien, der ebenfalls zu früh Soldat wurde und nun als Diamantenschmuggler sein Geld verdient.

Auch Djimon Hounsou und Jennifer Connelly sind in ihren Rollen sehr überzeugend, so wie die ganze Story. Ich habe lange keinen Film mehr gesehen, der mich von Anfang bis Ende so gefesselt hat, mit all seinen Facetten. Selbst die stillen Szenen waren unglaublich eindringlich, und als der Film vorbei war, ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass er Überlänge hat - aber nur, weil es plötzlich so unglaublich spät war.

Worum es geht, ist eignetlich schnell gesagt: In Sierra Leone werden Diamanten abgebaut und über die Grenze geschmuggelt, um sie legal von hier aus auf den Diamantenmarkt zu bringen. Das Geld, das damit gemacht wird, finanziert den Bürgerkrieg. Der Fischer Solomon Vandy wird von den Rebellen verschleppt, um Diamanten zu suchen. unter Einsatz seines Lebens versteckt er einen taubeneigroßen rosafarbenen Diamanten, bevor er selber im Gefängnis landet.
Hier erfährt Danny Archer, ein Schmuggler, von dem Stein. Er beschließt, Solomon aus dem Gefängnis zu holen, damit dieser ihn zum Stein bringt. Die Journalistin Maddie Bowen will herausfinden, wer mit den Diamanten in Amerika und Europa das Geld verdient und hängt sich an die beiden dran.
So haben alle drei das gleiche Ziel, aber völlig unterschiedliche Beweggründe. Solomon will seine Familie finden, Danny will den Stein, Maddie ihre Story. Was sich daraus entspinnt ist eine hochspannende und teils zutiefst tragsische Geschichte, nicht zuletzt, weil der Hintergrund des Films real ist.

Mein Fazit: Unbedingt ansehen!

Donnerstag, Januar 25, 2007

Filmkritik Eragon

Ich schulde meinem Blog noch ein paar Filmkritiken. Ich stelle die einfach mal in willkürlicher Reihenfolge hier rein:

Von Eragon hatte ich mir ein hübsches Fantasy-Spektakel im Stil des Herrn der Ringe erwartet. Diese Erwartung wurde zugleich erfüllt und enttäuscht.

Positiv: Die Landschaftsaufnahmen sind ebenso atemberaubend wie im Herrn der Ringe, der Drache ist wirklich knuffig und sehr gut animiert, die Special Effects sind okay und nicht plump.

Leider hört das Lob hier fast schon auf.
Der Held ist ein lahmarschiger, nichts begreifender Milchbubi, der immer nur eines kann: Garantiert nicht auf das hören, was ihm geraten wird. Dadurch gerät er in jede Menge Schwierigkeiten, aus denen er wie von Zauberhand immer unbeschadet und als strahlender Sieger wieder herauskommt.
Sein Gefährte, stark an Aragorn angelehnt und mit Abstand die charismatischste Figur im Film, bekommt leider nicht halb so viel Raum, wie ihm zustünde und verstirbt dann auch noch, bevor es richtig losgehen kann (ich fühlte mich an "flieht, ihr Narren"-Gandalf erinnert).
Immer wieder taucht geniales Konfliktpotential auf und verpufft einfach im Raum. Der Magier ist so mächtig, dass er Eragon mit einem Blick vernichten kann? Macht nichts, der Kleine rennt trotzdem in die Höhle des Löwen und streckt den Kerl mit einem Pfeil nieder.
Der Sohn des Verräters will ihm den Weg zu den Rebellen (warum hab ich hier Star Wars im Kopf?) zeigen? Klar, vertrau ihm halt. Passiert schon nichts, am Ende wird er Dich beschützen und Dir Dein Leben retten (was auch so kommt).
Eragon hat keinen Bock auf sein Schicksal? So ein Zufall, hatte Frodo auch nicht - und konnte dabei genauso emotionslos gucken. Dass am Ende beiden die Macht ein wenig zu Kopf steigt, ist sicher auch nur eine versehentliche Parallele. Und Eragon hat den zusätzlichen Bonus, dass ihm alle immer die Kartoffeln aus dem Feuer holen.

Davon gibt es noch jede Menge mehr, und ich hab wirklich bedauert, dass man eine eigentlich nicht schlechte Geschichte ständig so sehr beschneidet, dass ihr jede Dynamik fehlt. Statt 90 hätte der Film gerne 120 Minuten lang sein und dafür sein Konfliktpotential ausschöpfen können.

Fazit: Ich werde vermutlich Teil 2 und 3 nicht im Kino sehen, dafür ist mir mein Geld zu schade. Und dass Sienna Guillory eine wirklich hübsche Prinzessin abgibt, reicht für mich nicht, um Teil 2 mit Spannung zu erwarten.

Dienstag, Oktober 24, 2006

Filmkritik Step Up

Man sollte doch keine despektierlichen Bemerkungen über Männer in seinem Blog machen ... Nun ja, die Herausforderung stand und ich habe sie angenommen, so dass wir nun auch diesen Film gesehen haben. Sehr schön!

Eigentlich ist es einfach nur ein weiterer Teenie-Tanzfilm, aber da mir Save the Last Dance sehr gut gefallen hat, konnte es eigentlich keine Katastrophe werden (ich gebe es zu: Tief in meinem Inneren bin ich immer noch das kleine, von Ballettänzerinnen faszinierte Mädchen).

Die Story ist schnell erzählt: Ein paar Jugendliche randalieren in einer Kunstschule, werden erwischt, und der, der nicht fliehen kann (Tyler), muss zur Wiedergutmachung 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit in ebendieser Schule absolvieren. Dabei lernt er Nora kennen, die gerade einen neuen Tanzpartner sucht. Nach anfänglicher Skepsis, ob ausgerechnet einer, der nicht zur Schule gehört, es schaffen kann, lässt sie sich darauf ein.

Natürlich bleibt nicht alles eitel Sonnenschein, die beiden zerstreiten sich, seine Freunde wenden sich von ihm ab und erst eine Tragödie im Freundeskreis öffnet ihm die Augen für das, was wirklich wichtig ist: Für seine Ziele zu kämpfen.

Mir hat der Film gut gefallen, weil die Story zwar nicht neu, aber schön erzählt war, weil man jede Menge schöne Menschen beim Tanzen beobachten konnte und weil netterweise am Ende Raum für eigene Interpretationen offen blieb.

Wer nicht grundsätzlich das Kettensägenmassaker braucht, um sich im Kino zu amüsieren, sondern auch mal einfach nur Bilder, Musik und eine gute Prise Humor auf sich wirken lassen kann, dem sei der Film ans Herz gelegt.

Sonntag, Oktober 15, 2006

Filmkritik Der Teufel trägt Prada

Geh mit einem Mann ins Kino und er guckt garantiert keinen Tanzfilm mit Dir! ;)

Zur Wahl standen: Das Parfum, Step Up und Der Teufel trägt Prada.
Da er keinen Tanzfilm wollte und ich mir zum einen noch immer nicht sicher bin, ob ich Das Parfum nicht zuerst mal lesen will, zum anderen mein Sinn nicht nach allzu schwerer Kost stand, haben wir uns auf den Film mit dem geringsten Nährwert geeinigt.

Die Vorschau fand ich ja extrem nichtssagend, aber eine Kollegin fand den Film nicht schlecht, also rein.

Story: Andrea (genannt Andie) kommt frisch vom College und will Journalistin werden. Der einzige Job, den sie bekommt, ist zweite Assistentin bei Runway, dem angesagtesten Modemagazin der Welt. Und das, wo sie doch keinen Plan von Mode hat. Aber den Willen, ein Jahr durchzuhalten, weil ihr das Tür und Tor öffnet.
Die Story ist vorhersehbar, die Wandlung vom hässlichen Entlein (das Mädel ist bildhübsch und nicht mal durch einen kartoffelsackartigen blauen Synthetikpullover zu entstellen) zum strahlenden Schwan (teilweise in eindeutig zu abgefahrenen Klamotten) inbegriffen. Der Witz des Filmes liegt in den Dialogen und den Seitenhieben auf die Modebranche, und das macht ihn tatsächlich zu einem akzeptablen Streifen, in dem man sich weder langweilt noch genervt an den Kopf fasst.

FAZIT: Kein Film für Leute, die am liebsten unverständliche Mysterythriller mit französischem Einschlag gucken, aber gutes Popcornkino mit angenehmem Unterhaltungswert.

Dienstag, September 12, 2006

Filmkritik Das Mädchen aus dem Wasser

M. Night Shyamalan ist für gute, ungewöhnliche Filme bekannt, und ich bin einer seiner größten Fans. Daher war natürlich klar, dass ich seinen neuesten Film ebenfalls sehen musste, auch wenn alle Kritiken, die ich bisher zu Gesicht und Gehör bekommen habe, vernichtend waren.

Worum geht es?
Der Hausmeister einer Apartmentanlage findet eine junge Frau im Pool, die nicht von dieser Welt ist. Sie hat eine Aufgabe zu erfüllen, die unsere Welt verändern kann, und danach muss sie wieder in ihre Welt. Was zunächst sehr einfach wirkt, bekommt immer neue Steine in den Weg gelegt. Es gibt Wesen, die sie an der Rückkehr hindern, und Wesen, die wiederum diese in Schach halten. Und es gibt Helfer des Mädchens, die nicht wissen, dass sie Teil des Ganzen sind. So wie der Zuschauer erfährt auch der Hausmeister Cleveland erst nach und nach in Form einer alten chinesischen Sage von all diesen Figuren und erkennt Schritt für Schritt, wer welche Rolle spielt.

Der Film lebt von seinen Einstellungen, vom sehr sparsamen Umgang mit künstlichem Licht und von den für Shyamalan so typischen kurzen Sequenzen, in denen man etwas zu sehen bekommt, das besser im Dunkeln verborgen geblieben wäre.

Ein großer Schwachpunkt des Films ist jedoch, dass er keine Aussage zu haben scheint. Abgesehen von dem Allgemeinplatz, dass die Menschen sich und ihre Umwelt zerstören und dies besser schnell ändern, wenn sie noch eine Chance haben wollen.

Ebenfalls schwach ist es, dass die Figuren des Films teilweise ewig brauchen, um herauszufinden, wer wer ist. Das ist besonders frustrierend, wenn man als Zuschauer trotz gleichen Wissensstandes schon längst viel weiter ist - nichts ist tödlicher als dumme Figuren, die von ihrem Schöpfer unterschätzt wurden (oder dumm angelegt wurden, weil der Regisseur die Zuschauer unterschätzt).

Alles in allem ist er unter meinen Top 5 der Shyamalan-Filme auf Platz 5 - was angesichts der Tatsache, dass ich fünf Filme von ihm kenne, kein rühmliches Urteil ist. Shyamalans Auftritt im Film ist jedoch zu Unrecht vom Spiegel verrissen worden, er ist nicht besser oder schlechter als der Rest der Schauspieler. Interessant ist auch, dass keine Top-Schauspieler auftauchen, wodurch der Film den Touch eines Underground-Films bekommt, was durch die extrem sparsame Wahl der Schauplätze (alles findet in der Apartmentanlage statt, fast alle Szenen spielen am Pool) noch verstärkt wird.

Fazit: Kein Muss, aber auch kein billiges Popcorn-Kino. Irgendwo undefinierbar dazwischen und damit durchaus akzeptabel.

Montag, September 04, 2006

Filmkritik Das Haus am See

Ein ruhiger Liebesfilm mit Sandra Bullock und Keanu Reeves ist genau das Richtige für einen Sonntagabend. Abgesehen von zwei hübschen Hauptdarstellern, die meiner Meinung nach auch noch gute Schauspieler sind, hat mich die Story gereizt:

Eine Frau zieht aus einem Haus aus, hinterlegt eine Nachricht für den Nachmieter, und dieser findet sie - aber weil er zwei Jahre vor ihr in diesem Haus lebt, versteht er nicht, was sie meint, als sie von Pfotenspuren auf dem Weg schreibt, die dann kurz darauf vor seinen Augen erst entstehen, da ein streunender Hund durch seine frische Farbe läuft.
Es entspinnt sich ein reger Briefwechsel, und der Film umschifft bis zum Schluss alle Fallstricke, die bei Zeitreisen normalerweise lauern - um dann am Ende zu Gunsten der Romantik voll hineinzutappen.

Schade, denn wäre das Ende nicht, hätte es tatsächlich ein logisch korrekter "Zeitsprung", oder wie auch immer man das nennen will, sein können. So bleiben wunderbare Bilder, ein Hauch französischer Film und recht gutes Schauspiel, leider hin und wieder aber auch zu verwirrende Handlung.

Alles in allem okay, aber kein Film, von dem ich sage, dass man ihn gesehen haben muss. Das Haus ist allerdings sehr hübsch! :)

Montag, August 28, 2006

Filmkritik Trennung mit Hindernissen

Man kann sich am Sonntag Abend den Krimi im Ersten anschauen, oder man geht ins Kino. Letzteres ist eigentlich eine gute Idee, aber schauen wir mal.

Trennung mit Hindernissen verspricht, amüsantes Popcornkino zu werden. Jennifer Aniston ist zumindest niedlich anzuschauen, Vince Vaughn vielleicht nicht gerade Adonis, aber zumindest sympathisch.
Im Vorspann lernen wir, wie die beiden zusammenkamen - das allein war für mich schon so penetrant, dass ich gerne gegangen wäre. Er zwingt ihr im Footballstadion einen Hotdog auf, isst und spricht gleichzeitig und beleidigt ihren Freund. Trotzdem klappt die Masche. Frauen haben manchmal doch einen seltsamen Geschmack.

Nachdem ihr gemeinsames Leben in Fotos an einem vorbeigerauscht ist, geht es zur Sache. Er kommt nach Hause, sie steht in der Küche, denn beide Familien kommen heute zum Dinner. Nett, dass sie sich um alles kümmert, da kann er ja noch in Ruhe Football schauen ...

Der Abend endet in einem Streit, sie trennt sich von ihm, aber keiner will die Wohnung aufgeben. Er ist ein arrogantes Arschloch, sie eine intrigante Ziege, und die Kritik im Internet, die besagte, dass man als Zuschauer ein Identifikationsproblem bekommt, hat leider Recht.

Die Dialoge sind mäßig, die Gemeinheiten schlecht, Jennifer Aniston kann anscheinend nur eine Rolle spielen (nämlich Jennifer Aniston) und die Figuren sind entweder völlig farblos oder total überdreht gezeichnet - echte Menschen sind in diesem Film Fehlanzeige.

Fazit: Lena Odenthal hätte mir vermutlich besser gefallen. Aber schlauer ist man bekanntlich immer erst hinterher.

Mittwoch, August 16, 2006

Filmkritik Fluch der Karibik 2

Da ist er nun wieder, der gute Jack Sparrow. Montag habe ich mir noch mal Teil 1 auf Englisch angesehen - defintiv empfehlenswert, sich den Film im Original anzuschauen! - und gestern saß ich überraschend in Teil 2. Ich war gespickt mit guten und schlechten Kritiken, hatte meine Erwartungen also vorsichtshalber weit heruntergeschraubt. Und bin am Ende mit Lachmuskelkater aus dem Kino gekommen.

Natürlich kann man sich hier und da fragen, warum etwas ist, wie es ist. Zum Beispiel, warum ein magischer Kompass immer auf das zeigt, was man sich am sehnlichsten wünscht - nun, ich denke, weil er magisch ist. Mehrläufige Kanonen haben den Vorteil, dass man drei Schüsse nacheinander abfeuern kann, ohne nachzuladen, und mehrere Hängebrücken übereinander haben heutzutage einen anderen Namen, aber die gleiche Funktion: Man nennt es Treppenhaus. Aber bevor ich weiter die Fragen anderer Beantworte, schreibe ich lieber mein eigenes Urteil:

Jack Sparrow ist wie eh und je der tuntigste Hetero-Pirat aller Zeiten und damit schon mal ein guter Grund, den Film zu sehen.
Es gibt mehr Action, mehr Handlung und mehr Schauplätze als im ersten Film, und das könnte man sowohl positiv wie negativ werten, denn natürlich wird es etwas unübersichtlich, wenn ständig neue Gefahren auftauchen, dafür ist dies aber ein guter Ausgleich dafür, dass man in einem zweiten Teil nie die Überraschungseffekte des ersten Teils toppen kann.

Wer Jack Sparrow mal wieder tollpatschig durch die Gegend wandeln sehen möchte und sich fragt, wieso um alles in der Welt ein Fruchtspieß mit Paprika gewürzt wird, wer wissen möchte, ob Will und Elizabeth nun endlich heiraten dürfen, was Jack sich am sehnlichsten wünscht und wieso Frauen an Bord noch immer Unglück bringen, dem sei der zweite Teil ans Herz gelegt.
Wer in Filmen immer nur Logik, Ernsthaftigkeit und künstlerischen Wert sucht, der mag hier falsch sein. Ich jedenfalls hatte meinen Spaß!

Und da man bereits seit Teil 1 weiß, dass es drei Teile geben wird, ist das halboffene Ende auch gut zu ertragen - warten wir halt noch zwei Jahre auf Teil 3 - auch wenn ich ihn gerne morgen schon sähe.